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Sonntag, 22. März 2009

Maria, die Mutter von der Immerwährenden Hilfe - Ein Hoffnungsstern auf dem Meere dieses Lebens

Stern im Lebensmeere!

Madre del Perpetuo SoccorsoJedes Menschenkind hienieden gleicht einem Schifflein auf dem sturmbewegten Meere. Wenn es geboren wird, fährt es hinaus auf die hohe See, wo gar viele in den Stürmen des Lebens untersinken und zu Grunde gehen. Nur wenn Maria auf deinem Fahrzeug ist, dich begleitet und beschützt, nur wenn du dein Auge nicht von Maria, dem Meeresstern, abwendest, nur dann wird dein schwaches Schifflein unbeschädigt ans Ziel kommen. Wie schön und wahr sagt der heilige Franz von Sales: "Die seligste Jungfrau ist immer der Polarstern und Sicherheitshafen aller Menschen gewesen, die auf dem Meere dieses armseligen Erdenlebens herumirrten. Alle jene, die zu diesem Sterne hinaufschauen, werden vor den Klippen und Abgründen der Sünde bewahrt bleiben." Aber auch jene, die in die Sünde gefallen sind, finden bei Maria eine liebreiche Mutter, die ihnen hilft, vom Falle aufzustehen, um alles wieder gut zu machen. Denn Maria ist die Ausspenderin der Barmherzigkeit Gottes, die Verwalterin der Gnadenschätze.
Gott hat einen großen Teil der Gnaden an die Verehrung ihrer Bilder geknüpft, das beweisen die Gnadenbilder in der ganzen Welt. Aber auch jedes Marienbild kann für seinen Besucher und Verehrer zu einer Gnadenquelle werden. Einer besonderen Verehrung erfreuen sich die Bilder der Unbefleckten Empfängnis, von der Schmerzhaften Mutte, der Mutter vom Guten Rat, und besonders Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe.
Wie wohlgefällig gerade diese Verehrung der allerseligsten Jungfrau ist, bezeugen die zahllosen Wunder und Gebetserhörungen, die infolge dieser Andacht stattfanden.
Seit der Auffindung des alten, ehrwürdigen Gnadenbildes ergießt sich ein wahrer Gnadenstrom aus den mütterlichen Händen Mariä über alle Völker und Nationen, die sie als Mutter von der Immerwährenden Hilfe anrufen.

Das Gnadenbild

Das Gnadenbild Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe befindet sich in der Kirche des heiligen Alfons zu Rom. Nach dem Urteile der Kunstkenner soll es aus dem 13. oder 14. Jahrhundert stammen. Herrlich und wunderlieblich auf Goldgrund gemalt, weist es auf einen frommen und ebenso geschickten Künstler hin. Bei seinem Anblick rief Papst Pius IX. aus: "O wie schön, wie schön ist es!"
Auf der Insel Kreta war es schon längst als wundertätig verehrt worden. Da, um die Mitte des 15. Jahrhunderts, da schon die Einfälle der Türken drohten, wurde es von einem Kaufmann entwendet, der es, wohl in gewinnsüchtiger Absicht, nach Rom brachte. Dort angelangt, erkrankte er aber schwer. Dem Tode nahe, übergab er das Bild seinem Freunde und Gastgeber, mit der dringenden Bitte, es in einer Kirche Roms zur öffentlichen Verehrung aufzustellen. Der Freund versprach es ihm, wurde aber von der eigenen Frau an der Ausführung verhindert.
Dreimal erschien ihm Maria im Traume und forderte ihn mit ernsten Worten auf, sein Versprechen zu erfüllen. Vergebens!
Nun erschien ihm Maria zum letztenmal und sprach: "Ich habe dich dreimal ermahnt und dreimal hast du meinen Befehlen widerstanden; damit ich also aus deinem Hause komme, wird es notwendig sein, dass du zuerst hinausgehst." Und so geschah es auch. Der Mann wurde krank und starb bald darauf. Aber auch diese Strafe vermochte den Starrsinn der eigennützigen Witwe nicht zu brechen. Da kam eines Tages ihr kleines, unschuldiges Töchterchen nach Hause mit der Botschaft: "Mutter, Mutter, ich habe soeben eine schöne Frau gesehen, die zu mir gesagt hat: 'Gehe zu deiner Mutter und melde ihr: Unsere Liebe Frau von der Immerwährenden Hilfe will in einer Kirche Roms öffentlich erehrt werden.'" -
So viele Zeichen konnte die Witwe nicht mehr widerstehen und überlegte, in welche Kirche sie das Bild bringen sollte: Da erschien Maria nochmals ihrem Töchterchen und sagte: "Zwischen meiner lieben Kirche Santa Maria Maggiore und der meines geliebten Sohnes Sankt Johannes im Lateran will ich aufgestellt und verehrt werden." Daselbst befand sich aber die Kirche des heiligen Matthäus, die damals im Besitze der Augustinermönche war. Am 27. März 1499 wurde das Gnadenbild in feierlicher Prozession in diese Kirche übertragen und dort auf dem Hochaltar aufgestellt.
Hier teilte nun Maria ihre Gaben und Gnaden reichlich aus und wirkte dreihundert Jahre lang viele Wunder, bis die Kirche im Jahre 1798 von der damaligen Revolutionsregierung wegen Straßenbau zerstört wurde. Das Bild wurde aber gerettet und fand in der stillen Hauskapelle eines anderen Augustinerklosters ein verschwiegenes Plätzchen. Doch lange Jahre wusste man in Rom nicht mehr, wohin sich die wundertätige Madonna geflüchtet hatte.
Mittlerweile war ganz in der Nähe der zerstörten Matthäuskirche ein neues Heiligtum erstanden: die Sankt Alfons-Kirche der Redemptoristen. Diesen übergab Papst Pius IX. dann das wiedergefundene Gnadenbild. Am 26. April 1866 wurde es in feierlicher Prozession dorthin übertragen. Am Abend des 3. Mai erschien der Heilige Vater unerwartet in der Redemptoristenkirche, um das Gnadenbild zu verehren. Wie viele Tausende von Rompilgern sind seither seinem Beispiel gefolgt!
Alsbald zeigte sich Maria als die liebreiche Mutter und Gnadenspenderin. Es geschahen Wunder auf Wunder. Da beschloss das Vatikanische Kapitel, das Bild mit einer goldenen Krone zu schmücken. Dies geschah am 23. Juni 1867.

Wir wallen zur Mutter der Gnade!

"Machet sie bekannt!" hatte Pius IX. gesagt, als er den Redemptoristen das Bild von der Immerwährenden Hilfe übergab. Das haben sie seither nach Kräften getan. Maria selbst hat sie hierin durch die zahllosen Wunder und Gebetserhörungen unterstützt. In Tausenden von Kirchen finden sich Abbildungen des Gnadenbildes, die sich in vielen Fällen ebenfalls als wundertätige erwiesen haben. Millionen kleiner Andachtsbildchen werden ständig über die ganze Welt verteilt. Tausende von frommen Verehrern suchen und finden täglich Trost und Hilfe bei der Mutter von der Immerwährenden Hilfe.
Die "Erzbruderschaft" U. L. Frau von der Immerwährenden Hilfe hat sich schon längst über alle Weltteile verbreitet und ist von den Päpsten mit vielen Ablässen bereichert worden. Es genügt, seinen Namen eintragen zu lassen. Die "Gebetswache" als Neubelebung derselben ist das organisierte Bittgebet einer ganzen Pfarrei zu Maria von der Immerwährenden Hilfe. Sie hat sich als Segensquelle für Seelsorger und Gläubige erwiesen.

Maria hilft immer!

Von allen Titeln, unter denen die Gläubigen Maria anrufen, ist ohne Zweifel "Mutter von der Immerwährenden Hilfe" der schönste und trostreichste. Maria hat diesen Titel selbst gewählt, damit wir in allen Bedrängnissen zu ihr unsere Zuflucht nehmen. Er zeigt uns die unbegrenzte Macht und Barmherzigkeit, von der ihr zärtliches Herz überströmt, so dass es weder eine Zeit, einen Ort, noch eine Not gibt, in der diese gute Mutter uns nicht zu Hilfe kommt, wenn wir sie mit Vertrauen anrufen. Darum hat auch diese Andacht so schnelle Verbreitung gefunden.
In der Tat, wenn sie ein einziges Mal ihre Hilfe versagte, dann wäre sie nicht mehr immerwährend. Sie muss helfen, wenn wir sie darum bitten, obgleich wir wegen unserer Fehler und Sünden ihre Hilfe nicht verdienen. Je armseliger wir sind, desto schneller ist sie zur Hilfe bereit.
Du wirst vielleicht sagen: Ich habe Maria schon oft angerufen, z. B. bei jenem Leiden, in jener Lage, und sie hat mir doch nicht geholfen. Bedenke wohl, Maria, die immer geneigt ist, dein Gebet zu erhören, verpflichtet sich nicht, dir gerade das zu geben, um was du bittest, sondern vielmehr das, was dir notwendig und heilsam ist.
Gehen wir deshalb immer mit einem unerschütterlichen Vertrauen zu Maria, und auch wir werden ihre Hilfe erfahren.

Maria, die Zuflucht der Sünder

Wie Maria einer Heiligen geoffenbart hat, macht es ihr Freude, Zuflucht der Sünder genannt zu werden. "Wenn sich ein Sünder an mich wendet", sagte sie, "sehe ich weder auf die Zahl, noch auf die Größe seiner Sünden, sondern nur auf das Gebet, das aus seinem Herzen zu mir emporsteigt." Sie hat die Macht, eine dem ewigen Tode anheimgefallene Seele wieder zum Stande der Gnade zu erwecken. Bei allen Bekehrungen reicht Maria dem Sünder die Hand.
In einer Stadt Belgiens verfiel im November 1871 ein Freimaurer in eine schwere Krankheit. Die Ärzte gaben die Hoffnung auf, und ebenso musste man an der Rettung seiner Seele zweifeln; denn so oft der Kranke an eine christliche Vorbereitung zum Tode ermahnt wurde, befahl er, das ihm lästige Gespräch abzubrechen. Als dies einige fromme Frauen erfuhren, beschlossen sie, zu Maria ihre Zuflucht zu nehmen, die immerwährend allen zu Hilfe kommt. Sie ließen ein Bild Mariä von der Immerwährenden Hilfe unter das Kissen des Kranken legen und begannen zugleich eine neuntägige Andacht zu ihr. Da nach Ablauf der neun Tage der Kranke immer noch in seiner Verstocktheit verharrte, fingen sie eine zweite Novene an. Aber auch die zweite vermochte nicht, das Herz des verstockten Sünders zu erweichen; denn es ist schwer, in den Banden einer geheimen Gesellschaft verstrickt, die todbringenden Fesseln zu sprengen. Gegen Ende der dritten Novene verlangte der Kranke selbst einen Priester und beichtete mit großer Reue seine Sünden. Und nachdem er alles geleistet hatte, was die heilige katholische Kirche von den Mitgliedern der Freimaurerei verlangt, verschied er auf christliche Weise aus diesem Leben.
So lohnte in diesem Falle Unsere Liebe Frau von der Immerwährenden Hilfe das beharrliche, vertrauensvolle Gebet.

Aus: Marianus, Maria die Mutter von der Immerwährenden Hilfe - Ein Hoffnungsstern auf dem Meere dieses Lebens. - Kanisius-Verlag, 13. Auflage, Nihil obstat: Julius Desfossez, librorum censor. Imprimatur: Friburgi Helv., die 2 januarii 1950 L. Waeber, vic. gen.

Samstag, 1. März 2008

Das Gnadenbild Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe

ULF von der Immerwährenden HilfeDas Urbild (der zahllosen Bilder ULF von der immerwährenden Hilfe, wie sie auf der weiten Welt verbreitet sind) thront zu Rom auf dem Hochaltar der kleinen Redemptoristenkirche Sant' Alfonso auf dem Esquilin, im Osten der Ewigen Stadt.
Das Bild der Mutter von der immerwährenden Hilfe hat eine Größe von 41,5 x 53 cm und ist auf Nussbaumholz gemalt. (Das Bild ist eine Temperamalerei, nach einem Verfahren, wobei der Farbstoff mit Eiweiß, Eigelb, Leim und noch anderen Stoffen vermengt wird.) Aus dem goldenen Hintergrunde tritt vor allem die Gestalt der jungfräulichen Gottesmutter hervor, und als "Mutter Gottes" ist sie ausdrücklich in großen Buchstaben durch zwei abgekürzte griechische Worte zu ihren Häupten gekennzeichnet. Auf unzähligen Erzeugnissen der byzantinischen Kunst (die ehedem in Byzanz oder Konstantinopel ihre Heimat hatte), ist die seligste Jungfrau in derselben oder fast derselben Weise dargestellt. Ihr schönes, edles Antlitz ist oval. Sie hat einen kleinen Mund, eine feine, lange Nase, ungemein seelenvolle Augen und sehr schlanke Finger. Sie trägt ein Kleid von roter Farbe, das am Halse und vorn an den Ärmeln mit einfachen Verzierungen versehen ist. Ihre Haare sind durch ein feines Haarnetz von bläulich grüner Farbe zusammengehalten. Vom Haupte herab umwallt ihre jungfräuliche Gestalt ein großer, dunkelblauer Mantel, der in seiner oberen Hälfte doppelt gefaltet ist, so dass sich eine Art Pelerine bildet, und davon hängen auf dem rechten Oberarm goldene Fransen herab. Viele Goldlinien dienen dazu, die Falten des Mantels anzudeuten... In der Mitte des Hauptes leuchtet auf dem Mantel Mariens ein achtstrahliger Stern und seitwärts davon ein kreuzförmiges Gebilde. Ein kunstvoller Heiligenschein in erhabener Arbeit umgibt Mariens Haupt.
Auf ihrem linken Arm trägt die Gottesmutter das Jesuskind. Es ist völlig bekleidet, nicht bloß mit einem grünen Leibrock, sondern auch mit einem gelbbraunen Mantel, den ein hellroter Tuchstreifen umgürtet, der nur einen Teil des Oberkörpers frei läßt. Auch bei den Kleidern des Jesuskindes sind Goldlinien reichlich verwendet. Ein großer Heiligenschein mit eingezeichnetem Kreuze umgibt das Haupt des Kindes, bei dem die ungewöhnlich hohe Stirn und der weisheitsvolle Blick auffallen, und nebenan stehen wiederum die abgekürzten Worte "Jesus Christus". Die eigenartige Haltung des Kindes und die vom linken Fuße fallende Sandale werden weiter unten ihre Erklärung finden.
Endlich erblicken wir auf unserem Bilde zwei Engelsgestalten in Halbfigur, die die Werkzeuge des Leidens Christi tragen. Die griechischen Buchstaben über ihren Häuptern kennzeichnen den Engel links vom Beschauer als den Erzengel Michael, den Führer der himmlischen Heerscharen, der nach vielen Schrifterklärern dem Todesangst leidenden Erlöser im Ölgarten Stärkung brachte. Er trägt in verhüllten Händen - zum Zeichen der Ehrfurcht - das Essiggefäß, das bei der Kreuzigung Christi erwähnt wird (Joh. 19, 29), daraus ragen hervor der Ysopstengel mit dem Schwamm voll Essig, der dem dürstenden Erlöser am Kreuz gereicht wurde, sowie die Lanze, die nach dem Verscheiden Christi seine heilige Seite öffnete. Rechts dagegen erscheint der Erzengel Gabriel und er trägt in verhüllten Händen das Kreuz mit den vier Nägeln. Es ist ein "byzantinisches" Kreuz, scheinbar mit drei Querbalken; über dem eigentlichen Querbalken in der Mitte ist nämlich noch die Kreuzesinschrift angebracht und darunter das "suppedaneum", ein Querholz zur Stütze der Füße. Der jugendliche Jesus faßt die Hand der Mutter mit beiden Händen, ängstlich und vielleicht auch ein wenig verwirrt beim Anblick des Engels mit dem Kreuz. In der ängstlichen Suche nach Zuflucht scheint sich die Sandale gelöst zu haben. Die Aussage des Bildes könnte umschrieben werden: Die Mutter für ihn und die Mutter für uns. Er ein Mensch in Ängsten wie wir. Das Programm seines Lebens ist die Erfüllung des Vaterwillens - und das durch alle Tiefen menschlichen Lebens. Sie die Mutter der Güte mit dem Blick zu uns und für uns, die Mutter von der Immerwährenden Hilfe, die Mutter der dauernden Zuwendung, die Mutter, die immer ein offenes Ohr für uns hat, die Mutter mit der starken Hand, an die wir uns klammern können. Als Menschen in Ängsten halten wir Ausschau nach Hilfe, die bleibt; nach Güte, die sich uns zuwendet; nach Geborgenheit, der es nicht zu viel ist, zuzuhören; nach Händen, die sich uns nicht entziehen.

ULF von der Immerwährenden Hilfe

Maria Immerhilf!


Was meine Seele hütet,
Ich sag's nur Gott und Dir!
Denn Du bist meine Liebe,
Du liebst mich für und für!

Du sprichst, wenn alle schweigen,
Ein mächtig flehend Wort;
Du hilfst, wenn alle klagen,
Und nimmst den Kummer fort!

Du weißt um alle Sorgen,
Die je mein Leben trägt;
Du weißt um jedes Hoffen,
Das je mein Herz bewegt!

Und wie sich Gott Dir neiget,
Hörst gern Du mein Gebet,
Dass leis mir durch die Seele
Ein stilles Wunder geht!

Mein Schifflein auf den Wellen
Treibt manch gefährlich Spiel
Mit wetterschweren Winden,
Die's halten fern vom Ziel.

O hör' mein treues Flehen,
Das hallt im hohen Schilf:
Dass ich die Heimat finde,
Maria, immer hilf!

A. Ulrich, C. SS. R.